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Keine Angst vor Teilzeit!

 

von Alexia Bergmann, 10. Februar 2014

 

 

In keinem anderen europäischen Nachbarland sind mehr Frauen in Teilzeit beschäftigt als in Deutschland. Und auch in keinem unserer Nachbarländer wird das Thema so kontrovers diskutiert wie bei uns. Teilzeit ist entweder Fluch oder Segen. Aber keinesfalls etwas dazwischen. Die Lager sind verhärtet!

 

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Teilzeit-Beschäftigten Frauen ist seit 1999 von 26,6 Prozent auf 36 Prozent* in 2011 gestiegen. In der Mehrheit sind es Frauen, die ihre Arbeitszeit zu Gunsten von mehr Zeit für die Familie reduzieren. Ein Grund hierfür ist u.a. die weiterhin angespannte Betreuungssituation für Kinder unter drei Jahren. Das europäische Ausland bietet Müttern häufig stabilere Betreuungsmöglichkeiten. Deutschland wird in der Presse gern als Negativbeispiel angeführt, wenn es um Frauen in Führungspositionen geht. Soweit so gut.

 

Diese Zahlen sprechen für sich. Aber wir glauben, dass wir die Diskussion an dieser Stelle – völlig undeutsch – auch ein wenig emotionaler führen dürfen. Ist es nicht auch denkbar, dass Frauen, die sich fünf oder zehn Jahre für ihre Firmen eingesetzt haben und (Teil-)Karriere gemacht haben, sich mit dem ersten Kind ganz bewusst für einen Lebensabschnitt in Teilzeit entscheiden? Aus dem einfachen Grund, weil man die Zeit mit seinem Kind oder Kindern genießen möchte. Wer Freunde im Ausland hat weiß, dass viele Mütter häufig neidisch auf die deutsche Option „Teilzeit“ sind. Teilzeit muss nicht nur Schreckgespenst sein. Sowohl für Mütter als auch für Unternehmen hat der Entwurf Vorteile. Es kommt v.a. auf die eigenen Bedürfnisse an und wie man mit seinem Arbeitgeber das Modell definiert.

 

1.)  Teilzeit – Effizienz dank Flexibilität

Teilzeit muss nicht nur „08:00 to 12:00“ heißen. Wenn sich Unternehmen und Teilzeitkräfte darüber einig sind, dass Arbeitszeit nicht immer nur Präsenzzeit ist, können auch Mütter an wichtigen Telefonkonferenzen oder Meetings am späten Nachmittag teilnehmen. Es ist alles eine Frage der Planung, wie man die vereinbarte Wochenstundenzahl verteilt. Homeoffice und Telearbeit sind Tools, die beiden Seiten Freiräume schaffen. Wenn Unternehmen und Mitarbeiter diese Flexibilität sinnvoll einsetzen, erreichen beide Seiten größtmögliche Effizienz.

 

2.)  Teilzeit heißt Qualität zum attraktiven Preis

Viele motivierte, gut ausgebildete Frauen in Deutschland möchten mit einer Teilzeitstelle zurück in den Job einsteigen. Unternehmen können diese Chance nutzen und eine gute Ausbildung bzw. Expertise an das Unternehmen binden und profitieren von einer überschaubaren finanziellen Belastung.

 

3.)  Teilzeit heißt Mitarbeiter langfristig binden

Unternehmen, die Teilzeitstellen anbieten, sind für Mütter und Frauen, die eine Familie planen, attraktive Arbeitgeber. Mit einem gut aufgestellten Teilzeitangebot werden es Unternehmen erreichen, dass Frauen früher bzw. gerne in ihren alten Job zurückkehren. Unternehmen können sicherstellen, dass das über die Jahre angesammelte Know-how in der Firma bleibt. Ein gut eingespieltes Modell ermutigt viele Frauen, ihre Arbeitszeit auch um ein paar Stunden zu erhöhen.

 

 

 

* Bundesagentur für Arbeit (BA): Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach ausgewählten Merkmalen 03/2013/ www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61705/teilzeitbeschaeftigte